Choreographic Practices of Resistance ist ein performatives Projekt, das Dissens als kreative, körperliche und politische Kraft untersucht. Im choreografischen Kontext wird Dissens als bewusste Entscheidung verstanden, sich nicht anzupassen, abzuweichen und Reibung zu erzeugen. Durch somatische Praktiken, Komposition und Improvisationsforschung untersuchen wir in dem Projekt, wie der Körper Uneinigkeit, Spannung und Mehrdeutigkeit artikulieren kann. Dabei werden Normen, Erwartungen und Hierarchien von Bewegung hinterfragt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Aspekt der Präsenz. Wir untersuchen wie Fokus, Timing und Bewusstsein die Art und Weise prägen, wie Bewegung wahrgenommen und kommuniziert wird. Die Arbeit entsteht aus dem aufmerksamen Zuhören – sowohl gegenüber dem Individuum als auch gegenüber der Gruppe – sowie aus der Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen Anpassung und der bewussten Wahl des eigenen Weges. Die Teilnehmer*innen sind eingeladen, Dissens als choreografisches Material in einen gemeinsamen Prozess zu erforschen, der es ermöglicht, dass Bewegung aus Fragilität, Vielfalt und persönlicher körperlicher Erfahrung entsteht.
Zusätzlich findet die Klasse Bodies in Opposition mit Davide Troiani statt vom 13.4 - 20.5.2026 | Mo & Mi 18:15-19:45
Dieser Kurs lädt die Teilnehmenden dazu ein, Bewegung als Möglichkeitsspielraum zu begreifen und Präsenz, persönliche Interpretation sowie den eigenen Körper im Dialog mit Rhythmus und Raum zu erforschen. Zu Beginn der Klasse aktivieren einfache somatische Übungen das Körperbewusstsein. Durch das Spiel mit Gewicht und Schwung wird der Körper allmählich aufgewärmt. Anschließend arbeiten wir mit strukturierten Bewegungsaufgaben und dynamischen Phrasen, die Koordination, Kraft und Klarheit fördern. Rhythmische Übungen regen dabei die Konzentration an und fordern das Gehirn heraus. Im zweiten Teil eröffnen geführte Improvisationen Raum für individuellen Ausdruck innerhalb eines gemeinsamen Gruppenkontexts. Der Kurs legt den Schwerpunkt aufs Zuhören und Experimentieren und vermittelt den Teilnehmer*innen Werkzeuge, um ihr Bewegungsvokabular zu erweitern und sich in einer offenen und unterstützenden Umgebung mit Choreografie zu beschäftigen.